Informatik kann als drittes Fach zusätzlich zu einer anderen Fächer­kombination studiert werden. Dies gilt für das Lehramt an Gymnasien und Realschulen. Diese zusätzliche Qualifikation kann die Chancen einer späteren Einstellung erhöhen.

Für das Drittfach Informatik müssen nur wenige Studienleistungen nachgewiesen werden (siehe auch LPO 1, §69 bzw §49):

  1. mindestens 10 Leistungspunkte aus dem Gebiet der Technischen Informatik (Rechnerarchitektur, Rechnernetze, Betriebssysteme) (nur Lehramt Gymnasium, Details vgl. unten)
  2. die erfolgreiche Teilnahme an einem Praktikum zur planmäßigen Entwicklung eines größeren Softwaresystems (alle LA).

Das sind die formalen fachlichen Zugangsvoraussetzungen, die für die Anmeldung zur Staatsprüfung benötigt werden. Die Staatsprüfung unterscheidet sich dann aber nicht von jener der grundständigen Studierenden, d.h.

  • 3 bzw. 4 stündige Klausur über Algorithmen und Datenstrukturen + Theoretische Informatik
  • 3 bzw. 4 stündige Klausur über Datenbanken, Softwaretechnik
  • 3 stündige Klausur über Didaktik der Informatik

Daraus resultiert, dass Sie sich z. B. durch Besuch von Lehrveranstaltungen für diese Prüfungen inhaltlich qualifizieren müssen, aber nicht in der Ver­pflichtung stehen, dort Leistungspunkte erwerben zu müssen. Klausuren sollten Sie aber ggf. „außer Konkurrenz“ zu Trainingszwecken mitschreiben – so etwas ist meistens möglich.

Das bedeutet den Besuch folgender Module:

  • Algorithmen und Datenstrukturen
  • Konzeptionelle Modellierung
  • Datenbanksysteme (teilweise)
  • Softwareentwicklung in Großprojekten

All das benötigen Sie auch als inhaltliche Voraussetzung für das Praktikum gemäß II. – dort ist ein Semester lang Entwicklung von Software im Team verlangt.

  • Theoretische Informatik für Lehramt
  • Didaktik der Informatik I+II

Alternativ könnten Sie sich das für das Staatsexamen erforderliche Wissen auch z. B. anhand von Lehrbüchern selbstständig erarbeiten.

FAQ zum Erweiterungsstudium

Welche Module können zum Erwerb der Leistungspunkte im Bereich „Technische Informatik“ besucht werden?

Wie bereits erwähnt müssen für das Erweiterungsstudium für das Lehramt an Gymnasien 10 Leistungspunkte aus dem Gebiet der „Technischen Informatik“ erworben werden. Hierzu sind prinzipiell alle Lehrveranstaltungen aus der Technischen Informatik geeignet, insbesondere jedoch folgende (Einstiegs-)Vorlesungen:

  • Rechnerkommunikation (5 ECTS, Prof. German)
  • Grundlagen der technischen Informatik (7,5 ECTS, Prof. Teich)
  • Grundlagen der Rechnerarchitektur und -Organisation (5 ECTS, Prof. Fey)
  • Grundlagen der Systemprogrammierung (5 ECTS, Prof. Schröder-Preikschat) oder Systemprogrammierung (10 ECTS, Prof. Schröder-Preikschat)

Im Hinblick auf die Inhalte und erworbenen Kompetenzen sowie deren Passung zu den in der Schule und im Staatsexamen später relevanten Inhalten, empfehlen wir die Kombination „Rechnerkommunikation“ und „Grundlagen der Systemprogrammierung“. Diese Module müssen auch durch Studierende für das Lehramt für Gymnasien in Informatik als Erst- oder Zweitfach belegt werden.

Welche Module können als Praktikum zur planmäßigen Entwicklung eines größeren Softwaresystems besucht werden?

Als Praktikum zur planmäßigen Entwicklung eines größeren Softwaresystems können verschiedene Praktika anerkannt werden. Diese finden Sie auf MeinCampus unter „3190 Praktikum Informatik (10.0 ECTS)“.

Wie wird die Staatsexamensnote im Erweiterungsfach berechnet?

Im Gegensatz zum „normalen“ Lehramtsstudium fließen beim Erweiterungsstudium die Modulnoten nicht in die Staatsexamensnote ein, vgl. LPO I §3 Nr. 3:

„(3) 1 Im Fall der Erweiterung des Studiums – mit Ausnahme der Erweiterung nach Art. 14 Nr. 4, Art. 15 Nr. 4, Art. 16 Nr. 3 oder Art. 18 Nr. 3 BayLBG – wird die Fachnote ausschließlich aus den in der Ersten Staatsprüfung erzielten Noten gebildet. 2 Dabei wird in den Unterrichtsfächern die Summe aus dem einfachen Zahlenwert der Note für die fachdidaktische Leistung nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a und dem dreifachen Zahlenwert der Durchschnittsnote (§ 30) für die übrigen Leistungen nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b durch 4 geteilt und in den vertieft studierten Fächern für das Lehramt an Gymnasien und den vertieft studierten beruflichen Fachrichtungen die Summe aus dem einfachen Zahlenwert der Note für die fachdidaktische Leistung nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a und dem achtfachen Zahlenwert der Durchschnittsnote (§ 30) für die übrigen Leistungen nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b durch 9 geteilt. 3 In den anderen Fächern gilt als Fachnote die Durchschnittsnote (§ 30) nach Abs. 2 Satz 1 Nr. 2.“

Ich möchte nach meinem zweiten Staatsexamen Informatik als Drittfach belegen, um meine Einstellungschancen für den staatlichen Schuldienst zu erhöhen. Ist das sinnvoll?

Derzeit verbessert das Erweiterungsstudium außer einem sehr kleinen Bonus für die Warteliste die Einstellungschancen beim Land Bayern leider kaum, da Sie nicht unter dem Fach Informatik gelistet werden. Hier soll aber zeitnah eine deutliche Verbesserung vorgenommen werden, sogar eine garantierte Einstellung bei gutem Informatikabschluss ist im Gespräch. Ggf. haben Sie auch mit Informatik bessere Chancen bei anderen, z.B. privaten, Schulen da ein großer Bedarf an Informatiklehrern herrscht.

Wie groß sind die Chancen, dass ich das Erweiterungsstudium Informatik „nebenbei“ erfolgreich absolviere?

Gering. Auch wenn die Studienordnung formell nur 10 ECTS vorschreibt (in Bereichen, die nicht im Staatsexamen geprüft werden), müssen die Studierenden in den Staatsexamensprüfungen die gleichen Kompetenzen nachweisen wie die Studierenden, die regulär 9 Semester studiert haben. Aus diesem Grund empfehlen wir den Studierenden des Erweiterungsfaches dringend auch nicht zwingend vorgeschriebene Lehrveranstaltungen (wie z.B. AuD, Theoretische Informatik etc.) zu belegen, da nur so die für das Examen notwendigen Kompetenzen erworben werden können. Das kann „nebenbei“ gelinge, der Aufwand dafür sollte aber nicht unterschätzt werden.

Wieviel Zeit muss ich für das Erweiterungsstudium einplanen?

Um gut vorbereitet zu sein, gehen wir von einem zeitlichen Aufwand von ca. 4 Semestern Vollzeitstudium aus, da es nicht ausreichend ist nur die Pflichtveranstaltungen zu besuchen (siehe vorher: „Wie groß sind die Chancen, dass ich das Erweiterungsstudium Informatik „nebenbei“ erfolgreich absolviere?“). Bei einem Studium „nebenbei“ verlängert sich diese Zeit entsprechend.

Ich möchte mich zum 1. Staatsexamen im Erweiterungsfach anmelden –  brauche ich dafür etwas besonderes?

Für das erste Staatsexamen im Erweiterungsfach gibt es neben den auch für die regulären Fächer üblichen Unterlagen den Sonderfall, dass ein sog. Sammelschein für das Erweiterungsfach ausgestellt werden muss. Diesen erhalten Sie unkompliziert, indem Sie ihre Scheine des Erweiterungsstudiums (am einfachsten per Mail) an den Hr. Prof. Romeike senden und um Ausstellung dieses Scheins bitten.

Ich habe mein 1. Staatsexamen erfolgreich absolviert und möchte nun noch vor dem Referendariat das Erweiterungsfach Informatik studieren – kann ich damit auch zum Sommersemester beginnen?

Formal spricht nichts dagegen, eine Immaktrikulation ist in diesem Fall auch zum Sommersemester möglich.